3i§. VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
Werke der Gelehrten an oder über einander war dasgrößte Journal der A^ittn. Buchhändler herrschtennoch Glicht, die Bücher bestellten; sondernFürsten, die Werke belohnten, und man hateben keine Urkunden darüber, daß sie deßwegen ver-armt oder die Sachen ihrer Regierung schlechter ge-gangen waren, weil sie gelehrte und tüchtige Män-ner dazu brauchten. Die Fürsten selbst hatten vonErneuerung - der Wissenschaften den größesten Vor-theil; mit ihnen und auch zum Theil durch siesing sich in Krieg und Frieden, Herrschaft undSitten eine ganz neue Periode Europa's, Refor-mation, an.
Allerdings trat damals eine Menge Ursachenzusammen, die die Regenten zu thatigen Freundenund Beförderern der Wissenschaft machten. Nachlangen Zeiten der Unruhe und Unterdrückung genos-sen große und kleine Regenten das erste Gefühl vonRuhe, Sicherheit und Herrschaft: sie sahen, wassie den Wissenschaften in vorigen Zeiten schuldig wa-ren und kränzten sie darum mit dem Laube der' Dankbarkeit und pflegten sie darum mit Wohltha,ten, um durch sie auch die Reste der Barba-rei zu überwinden und gleichsam mit Blumenkrän-zen zur Ruhe zu. fesseln. Alle Wissenschaften undErfindungen machten Ordnung, mehrere Leich-tigkeit im Handeln, Mechanismus, Frie-de. Die Gemüther wurden besänftigt und kämpf-ten nicht mehr; sondern studirten, lasen; eineRuhe, die den Regenten sehr zu gut kam. DisReformation machte sic vom Joche des Papstes losund setzte sie gewissermaaßcn an seine Stelle. Viele