3 >.2 VII. Bom Einssuß der Wissenschaften
Meisterstück Disputation, daß ihre Frist eintrienniurn, quaär-iennium fty, in welches alleWeisheit und Wissenschaft gezwängt, zerschnitten,eingestopft werde; daß die meisten Lehrer von allerHebung, der Wissenschaft frei, ohne Ansicht desStaats, der Stande, der Nutzbarkeit des gemei-nen Lebens, oft des gesunden Verstandes und Ge-schmacks, in Abstraktionen und Asnsrsliliuo, inewiger Wiederholung derselben Logik, Metaphysik,Dogmatik oder vielmehr ihres Schatten conn^snäiiveralten und well sie in weniger Zeit alle eigeneWissenschaft wegsenden, zuletzt dürre Skelette frem-der Kenntnisse seyn müssen, und sich also aus lie-ber Noch in den Dunst akademischer Polyhisto-rie und Pa n so p hie hüllen, ihren Zöglingenauf diesen Tummelplätzen aller Wissenschaften undKünste so viel davon mitgebcn, als in so kurzerZeit, in der größten Verwirrung von Ideen, ohnealles Gefühl von Anwendung, Würde und Weisheitin ihren Kopf will, und sic sodann zur glücklichenVergessenheit desselben und von frisch auf im Lebenetwas besseres zu lernen, entlassen müssen — soll-ten Einrichtungen der Art in den Händen unsererRegierung den Nutzen bringen, den sie bringen sol-len ? Ich habe nicht im Sinn, einen einzigen wür-digen Mann, Lehrer oder Schültr, auf Universitä-ten mit meinen Zweifeln zu beleidigen; vielmehr,glaube ich, wird ein jeder, der über den gemeinenHaufen denkt und nicht bloß auf seinen Schritt vorsich flehet, selbst genug die Bürde seines Standes,das Unbequemliche seiner Situation (wer fühlt nichtin seinem Stande dergleichen)? gefühlt, und wenner's mit der Wissenschaft wohl will, dagegen ge-