3c>6 VH. Vom Einfluß der Wissenschaften
len. Die Eroberung Konstantinopels jagte gleichsamdie Musen, als Flüchtlinge, nach Italien; miribnen bekam es griechische Bücher, griechischeSprache, auch hie und da griechischen E e i s twieder. Der schwächste Versuch also des schwächstenLiebhabers der Wissenschaften war im Verfolg derDinge nicht verloren —
Aber lasset uns naher sehen, was die Regie-rungen Occidents thatcn und thun mußten,das Joch des Aberglaubens und der Barbarei, dasihnen selbst mit der Zeit so harr siel, zu brechen oderzu mildern! Sie sahen, daß aus der Finsterniß nichtsward, daß Knechtschaft, Unruhe, Elend in ih-rem Gefolge war. Von welchen Stürmen ward da-mals Europa erschüttert! welche Wirbel einheimi-scher und auswärtiger Zerrüttung verwüsteten dieWelt! keine Krone war auf dem Haupte des Re-genten, kein Geschlecht desselben auf seinem Thronsicher: mächtige Vasallen, Geistliche und Papste,
die solche aufhetztcn, machten eine ewige Verwir-rung. Heller oder dunkler fühlten es die Regenten,daß sie nur dur < h Licht Ruhe gewännen,nur durch WissenschafI ihren LandernRuhe gaben. Die Exempel so mancher unglück-lichen Kaiser und Fürsten mußten endlich Gedankenwecken, und ewig werde der Name der schwäbischenKaiser, insonderheit eines Friedrichs Ik. mit Ehr-furcht genannt, der selbst ein Martirer der Auf-klärung wurde, die er Europa zu geben geneigtwar. Gelehrt und klug und tapfer ging er denFeinden des Lichts und der Ruhe unermüdet zu Lei-be , nahm aus den Händen der Araber die besten