Z02 VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
dem sie auch Massen und Müßige zu werden glaub-ten. — Diese und so viel andere Ursachen, die imDetail einzelner Zeiten und Umstande lagen, machtendie Aufklärung schwer. Ein hartes Land mußte ge-pflügt werden, das noch niemals Saamen angenom-men hatte, und lange erst, umgekehrt, an der Luftliegen, ja oft umgekehrt werden mußte, ehe es nurden feinern Geist der Fruchtbarkeit einsaugen lernte.Wie verschieden war diese Zeit von der BildungRoms und Griechenlands! Dort einzelne Städ-te, ein Nat i o na l ch ara kter, eine Verfas-sung, die dem Geist der Wissenschaft offen warund ihn zu seinen Zwecken,, als Bedürfnis ver-langte. Hier von allem das Gcgentheil, rohe., dis-parate Medien, die in einander brausten, den Wis-senschaften eher feind, als Freund, wenigstens gleich-gültig und fremde waren, ein rauher Kriegsgeist derden Geist der Wissenschaft vertrieb oder unnütz mach-te. Dort waren's Gesetzgeber, «die Männerdes Stammes selbst, die aus eigenem Triebe dienächsten Anlagen ihres Staats weckten und als schwan-gere Keime gleichsam nur zur Reife beförderten, diedem Volk Schritt vor Schritt die Blüthen undFrüchte davon in lebendiger Wirksamkeit wiesen;hier waren's tobte Körner, mit denen man handelte,die von den Händen der Verkäufer nicht eben diegrößte Empfehlung erhielten. Die Wissenschaft sollt«erleuchten; aber nicht zu viel: sie sollte bilden, aber;a nicht aus dem Joch des heiligen Gehorsams. DieRegierungen, die bilden wollten, hatten meistensan denen, die bilden sollten, das größte Hinderniß— nothwendig gieng die Sache langsam und kamnicht weit.