Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
296
Einzelbild herunterladen
 

296 Vff. Vom Einfluß der Wissenschaften

derherstellung der Wissenschaften der Geist der wah-ren Geschichte wieder erweckt worden, wie Machia-vells Betrachtungen über Livius, und so viel andereüber Sallustius, Cäsgr und Tacitus zeigen. Nichtsin aller Welt ist aber vom Geist römischer Wissen-schaft entfernter, als unsere neuere Schulsprache inlateinischen müßigen Phrasen. Ein gedankenloserGrammatikus, ein von den Knaben selbst, geschweige vonden Regierungen verachteter Declamator was ist ergegen Cicero, Varro, Cäsar ? Wo ist da römischerGeist in der angeblichen römischen Sprache?

Es ist mir lieb, daß ich mich über die Zeitendes Verfalls der Wissenschaften nichtausführlich und eigentlich einzulassen habet was auchzu ihm die Regierungen beigetragen ? Das meistetrugen sie dadurch bei, daß sie die Freiheit undden Gemein werth (cornrnon - cvealtlr) e i n-zelner Republiken zerstörten und ein Ge-bäude aufrichtcn wollten, das in sich selbstzerfiel. Was trieb den griechischen Alexander nachAsien ? was sucht' er dort? was könnt' er dortfinden? Beschwerde, Mühe, Ucppigkcit, Tod, Auf-lösung seiner Kräfte und seines Reiches. Nunbringt freilich die Vorsehung ein Gutes hin, auchwo Menschen nicht darauf dachten: Alexanders Au-ge, die griechisches Blut bis am Indus versprühten,breiteten auch griechische Sprache und Wis-senschaft umher, errichteten hie und dort griechi-sche Städte und Colonien. Die Reiche seiner Nach-folger machten neue Sitze der Wissenschaf-te n in Syrien, Asien, insonderheit Aegypten: dasMuseum, die Bibliothek, das Siebengestirn der