29 -
VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
Poeten des Schauspiels wurden, wie Knechte, mitLohn bezahlt, und aus vielen Ursachen, die im Staatund Charakter der Römer lagen, ist ihr Schauspielnie das Erste der Welt worden. Zur Größe desRömers gehörte es nicht, ein großer Schauspieler zuseyn; geraume Zeit auch nicht einmal, den Geist desSchauspiels zu fühlen. Wir wissen, wie sehr es nochzu Casars Zeiten jenen Ritter schmerzte, den er aufder Bühne zu erscheinen zwang und daß er gleichsamdie Schmach nicht verwinden konnte — — AberGeschichte, Rednerkunst, thatige Phi-losophie, männliche, insonderheit lehrendePoesie, Kriegskunst, Wissenschaft derRechte; sie waren die Zweige der Literatur, derensich mit der Zeit auch der edelste Römer nicht schäm-te, ja die eben dadurch, weil so berühmte und tha,tenvolle Männer sie trieben, eine Würde, eine Festig-keit, eine Größe erlangt haben, die wirklich die un-schuldigste römische Größe ist. Ich gönne den Sci-pionen immer die Zerstörung der unglücklichen Ne-benbuhlerin Roms, der Stadt und Republik Char-thago; daß edle Scipionen aber auch die ersten wa-ren, die ihren blutigen Lorbeer mit dem Oelzweigeder Musen mischten, daß Scipio, der Afrikaner, denVater der römischen Dichtkunst an seiner Seite hat-te, den Lucilius seiner Freundschaft, den Terentiusseiner Mitarbeit werth hielt; daß Fabius uiid Pu-blius Scipio sich des treflichen PolypiuS nicht schäm-ten, und durch ihr Beispiel auch in andern edelnJünglingen, einem Lälius, Furius, Tubero, Scavola,Liebe zu römischer Wissenschaft weckten; mich dünkt,hierinn und in ihren persönlichen Tugenden glanztihr Name schöner. Nie sind die Zeiten wiedergekvm-