auf die Regierung und umgekehrt. 289
daß solche R e g i e r un g s fo r m, solche Verfas-sung, zu einer solchen Zeit ,existirte. Sehetdiese Pflanze an, wie wachst sie? woher ihre Blütheihr Gedeihen? Sie steht auf ihrem Boden,, aus ih-rer Naturstelle: Lust, Witterung, Jahreszeit ist ihrgünstig; dies ist genug. Was sie werden soll, liegtin ihr und wird sich schon durch innere Kraft hervor-treiben. Boden und Lust reichen ihr Nahrung undSafte, die Sonne Warme, der Wind Bewegung;nun wird sie, was sie seyn soll. Der Pflug machtdie Erde nicht fett; wohlriechendes Wasser die Blu-me nicht blühend. Was wachsen soll, muß natürlichwachsen und so die feinste Blume der Welt, Wissen-schaft, Seelenfreihcit. Was Athen thak, war, daßes seinen Poeten, Rednern, Philosophen Saft zu-führte, durch seine Bewegung und Einrichtung ihrelektrisches Feuer in Bewegung setzte.Seine Akademie hieß Ruhm, Griechenname,Vaterland, Freiheit. So fang der Dichter,so sprach der Redner, so schrieb der Geschichtschreiberund Weise. Sie waren Griechen, sie waren Bür-ger, sie spotteten deS Satrapen, verachteten den Bar-baren, glaubten durch ihre Wissenschaft und derselbenAusübung sich immer zum Besten des Staats wirk-sam. War Demosthenes einige Zeit nicht größer alSPhilippus? war Perikles in seinem Kreise nicht mehrals ein Sklavenkönig? Die Kranze, die Statuen,die den Dichtern wurden, was gieng über die Kran-ze ? hatte Alexander eine andere Belohnung seinerThaten, als daß die Athenienser ihn loben sollten?Und wer nun über den gemeinen Ruhm, über dasUrtheil des Volks hinaus, sein Vaterland wirklichliebte und ihm diente: ein Theseus, Thales, Lykur-Herders Werke z.Phit. u.Gesch. VII. T