286 VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
der ihnen die silberhelle Klarheit oder die goldne Wür-de ihres Styls, ihrer Reden, ihrer Reflexionen ver-lieh und die verschiedensten Talente mit größester Ein-falt zu einigen wußte. Auch in den später» Zeitenwareisss Staats - oder Kriegsleute, kurz Männer vonGeschäfte», die die Geschichte wiederhekstellren undden xenophontischcn Geist, Staat und Geschichte zubetrachten, hie und da erneuten. Glückliche Repu-blik für die Wissenschaften, wo der Schüler Sokrateszugleich Feldherr und Staatsmann war!
Ohne mich auf die übrigen Staaten Griechen-lands einzulassen, kann ich nicht übergehen, was über-haupt die Menge und Verschiedenheit derwetteifernden Städte und StaatenGriechenlands auf die Wissenschaften wirkte.Sv viel Städte und Republiken, die einander nah,durch Sprache, Ehre des griechischen -Namens, zumTheil durch Stammesart und Verfassung mit einan-der verbunden waren, mußten nothwendig Mehr oderminder wetteifern, in dem, waS Ruhm ihres Ge-schlechts hieß; und da dies (nebst der Kriegskunstund Macht im Kriege) Freiheit des Vaterlandes,Liebe zu den Wissenschaften und schö-nen Künsten hieß: so blieb wenigstens kein Staatden Musen völlig fremde. Man wetteiferte mit Sta-tuen und Gebäuden, Schauspielen und Dichtern.Da die gemeinschaftlichen Spiele Griechenlands ge-wissermaßen alles Blühende und Edle zu sich ver-sammelten: so stritt man daselbst in mehrerem, alsden eigentlichen Kampfspielen. Da las Herodot sei-ne Geschichte und erwarb sich einen Nacheiferer: dastellten Künstler ihre Werke der Bewunderung des