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Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
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285
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auf die Regierung und umgekehrt. 235

finden zu lehren. Solch ein Sokrates gehörte frei-lich nur für Athen, wo das Volk auf so etwas zu-bereitet und solcher Gespräche empfangig war. UnsereGesellschaften hieße es beschimpfen, wenn man in ih-nen und über solche Materien sokratisch fragte. Da-rum glückt uns auch der Ton solcher Gespräche inBüchern selten, weil er uns im gemeinen Leben sofremd ist. So viel fokratische Vernunft, in so we-niger Zeit, unter so wenigen Personen, auf eine soleichte natürliche Weise! Dafür wollen wir lieberBeweise, freche Urtheile, Deklamationen; da glaubtman, habe man doch etwas! Freilich machte diegriechische, zumal atheniensische-Leichtigkeit auch, daßalles zubald in leeres Geschwätz von System undWortkram übergieng. Die Philosophen wurdenWorttrödler, Sophisten leerer Systeme und es istEigensinn des Schicksals und der unglücklichen An-dacht gegen Griechen und Alterthümer, daß wir inmanchen ihrer Worte unendlich mehr gefunden ha-ben, als sie wahrscheinlich selbst hineinlegten. Vielesvon ihrer Philosophie war Hypothese des Ge-sprächs, Griechcnweisheit

Da die Geschichte eines Volks Abdruckseiner Sinnesart und Negierung ist: so ist's auchdie Beschreibung dieser Geschichte; Athens Ver-fassung konnte also gewiß die besten Geschichtschrei-ber liefern. Lenophvn und Thucydides waren selbstFeldherren, Männer von Geschäften; nur solche kön-nen vom Kriege und von Staatsgeschaften schreiben.In Athen lag alles nahe zusammen, Philosophie undöffentliche Wirksamkeit, Redekunst und Grammatik;Ein Geist war's also, Ein und derselbe Atticismus,