VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
liche griechische Blick in Bezeichnung seiner Helden,die Weisheit und Menschlichkeit, mit der er auchrohe Leidenschaften und Scenen mildert; sie charak-terisiert nicht den Sklavendiener, sondern den Sän-ger der Natur, der Menschlichkeit und Freyheit— —Griechenland war das erste Land der Welt, das sichvon seinen kleinen Tyrannen allmählich losriß undmit einer neuen Regierung auch neue Wissen-schaften und Künste sichtbar machte.
Lykurgus zog die Seinen zu einem strengenGrundsatz, der Aufopferung und Liebe zumVater lande, zusammen: in diesem Raum muß»tcn auch die Wissenschaften bleiben; hiernach form-te sich selbst die Sprache des Lakonismus, Reich-thum, Schauspiele, üppige Vetse waren verschwunden :unnütze Redner, Sophisten und Schwätzer verbannetensich selbst; sie fanden keine Luft in Sparta. Kriegs-kunst war ihre Wissenschaft und Uebung, die Flötewar ihr Instrument und Tyrtäus ihr Dichter— Sparta ist das stärkste Beispiel, wie sehr einStaat die Wissenschaften wählen, modeln undim Zaum halten muß; ja auch im Zaum hal-ten kann; denn welch ein Gegenbild gegen Athenwar Sparta! Und doch war's vielleicht Lykurgus,der in Asien Homers Rhapsodien gesammelt und denGriechen gegeben; seinem Sparta gab er ihn nicht,wenigstens nicht als Muster —
Ganz einen andern Weg gieng Tolon, derRe ichthümer mit Freiheit, Ueppigkeit mitVaterlandsliebe zu paaren suchte, den Vorneh-men die Becathschlagung, dem Volk die Entschei-dung überneß und seine Republik also, wie Aristo-