auf die Regierung und umgekehrt. 27g
Nun waren viele ihrer Könige, trotz des Gesetzbuchs,schwache Despoten, kleine Tyrannen, und der Staatgieng durch den Contrast solcher Grundsätze und Ver-fassung nothwendig um so eher unter-
Von der Regierung sowohl als den Wissenschaf-ten der Chaldäer, Aegypter und anderer al-ten monarchischen Volker wissen wir zu wenig, alsdaß wir davon urtheilen könnten. Bey beiden Na-tionen waren Wissenschaften und Künste erblich:ihr Gutes scheint sich also nach Vaterart herab-geerbt zu haben (wovon wir im vorigen Abschnittgeredet) und sofern hieng's nicht vom Monarchen ab.Zudem stand bey den Aegyptern der Priest er-stand, der die Wissenschaften besaß und verwahrte,dem Könige nah zur Seite, schränkte ihn zuweilenselbst ein und hieng wenigstens nicht von ihm ab;wenn also auch hinter seinen heiligen Wissenschaftenviel gewesen seyn sollte, so war's altes Priester-Erb-theil und der Thron war daran unschuldig. So auchmit der Polizey der Aegypter und ihrer gepriesenenEintheilung des Landes. War sie, wie man sie prei-set, so ist sie kein Werk des Despoten, sondern desVaters, der jedem seiner Kinder das Seine giebtund dafür wacht, daß es ihm erhalten werde; dieKünste also, die hieraus entstanden, wurden abermalsaus einer gerechten, väterlichen Regierung. Drittensendlich: wozu man den Despotismus braucht, Städ-te zu bauen, Pyramiden, Obelisken, Colosse, Laby-rinthe zu errichten; wahrlich, dies trägt auch seinGepräge an sich. Wozu diese Ungeheuern Massen?zu welchem Nutzen des Landes? Ihr sprecht: „zumRuhm der Monarchen»" aber welcher Monarchen?