MMlW
auf die Regierung und umgekehrt. 265
Flor brachte? War's in allen Negierungen, unterallen Völkern, zu allen Zeiten dasselbe? für alleWissenschaften dasselbe? oder hat jede Wissenschaftetwa ihre Regierung, ihre Zeit, ihre Lieblingsstelle,wo sie am schönsten gedeihet? Kommen in der Ge-schichte diese Falle wieder, oder ist alles nzir einzelngewesen und jede Wissenschaft, wie jeder sonderbareZeitpunkt der Regierung hat nur einmal epistiret?Lassen sich allgemeine Grundsätze finden, wie gewisseArten der Regierung sich zu Arten der Wissenschaft,und Zeitpunkte der Regierung zu Zeitpunkten derWissenschaft verhalten? oder ist in der Geschichtedes menschlichen Geistes und Volks alles ein Wald,ein Chaos ? Da dies nicht zu vermuthen ist, lassensich obige Gesetze und Bemerkungen auch anwendcn?Kann man Zeiten, Wissenschaften, Künste wiedcr-bringen, die nicht mehr sind? und welche Wissen-schaften werden von unserem Zeitgeist der Regierungund Bedürfnisse des Staats genähret? Wie stehenwir darin gegen die Alten? haben wir gewonnenoder verloren? und was haben wir für die Zukunft,nachdem sich jetzt die politischen Räder des Schick-sals drehen, für die Wissenschaften zu hoffen oderzu fürchten? — Ich fühle innig die Verflochtenheit,Feinheit, Tiefe und Umfang dieser Fragen: sie sindder Knote, der die politische Geschichte mit der Ge-schichte der Wissenschaften, das Reich des Unsichtba-ren menschlicher Kräfte mit der ganzen Sichtbarkeitseiner Anlässe, Triebfedern, Hindernisse, Verände-rungen u. dergl. auf's sonderbarste und in jedemZeitraum auf eine so eigene Art verwebt, daß viel-leicht nirgend die Allmacht und Ohnmacht menschli-cher Bemühungen sichtbarer wird, als in diestm so