264 VII. Vom Einfluß dcr Wissenschaften
ist ihre Verfassung an Literatur, Wissensihastenund Künsten, als sie ehemals war! Frankreich,England, Deutschland, Schweden haben sich seitEäsars und Tacttus Zeiten durch Anbau und Aus-hauung der Wälder gewiß nicht dahin verändernkönnen, wohin sie verändert sind. Auch derStammcharakrer eines Volks kann nicht die Ursachesolcher Veränderungen scyn, denn jener bleibt: er
ist an Griechen, Römern, Galliern und Deutschennoch nach allen Zeiten kenntlich; Fähigkeiten undGeist sind dieselbe und ihre Produktionen und Früch-te>'doch so verschieden — — Kurz, warum wollenwir theilen > was die Natur verband? Climamag immer das Erdreich sevn, in dem der Saa-me der Wissenschaft wächst, wo er hie und dabesser gedeihet: Nationalcharakter mag die Art des
Saamens naher bestimmen, der in solcher und sol-cher Gestalt hie und da fort kommt; die politischeVerfassung eines Volks im weitesten Verstände,seine Gesetze, Regierung, Sitten, bürgerlicheSchicksale sind ohne Zweifel die nähere Bearbeitungdes Acker», die Aussaat des Saamens und zu-gleich die Himmelswitterung im weitesten Sinnedes Worts; ohne die nichts aufgehen, nichts ge-deihen kann. Gerade mit ihr, wie di? Geschichteder Welt zeigt, hat sich der Geist und die Blükheder Wissenschaften verändert.
So allgemein gesagt, ist das Factum ziemlichbekannt und unläugbar; aber nun naher betrachtet,was war's eigentlich in der politischen Verfassungeines Volks, in seiner Gesetzgebung und Regie-rung/ das die Wissenschaften förderte und zum