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VI. Ahnungen
Der Geist, einmal entronnen, einmal der zarten undso festen Bande los, die ihn durch Sinne, Triebe,Neigungen, Pflicht und Gewohnheit an diesen klei-nen Kreis der Sichtbarkeit knüpften: welche irdischeMacht könnte ihn fest halten? welch' ein Naturge-setz ist entdeckt, daß Seelen, in dieser engen Renn-bahn sich umherzudrehen, zwange? Sogar über dieSchranken der Zeit ist unser Geist weg: er verachtetRaum und die trage Erdenbewegung: cnt-körpert ist er sogleich an seinem Ort, in seinemKreise, in dem neuen Staat, dazu er gehöret. Viel-leicht ist dieser um uns, und wir kennen ihn nicht:vielleicht ist er uns nahe, und wir wissen nichts vonihm, außer etwa in einigen Augenblicken seliger Ah-nung, da ihn die Seele oder er die Seele gleichsamherbcyzieht. Vielleicht sind uns auch Ruheörter, Ge-genden der Zubereitung, andere Welten bestimmt, 'auf denen wir, wie auf einer goldenen Himmelslei-ter, immer leichter, thatiger, glückseliger, zum Quellalles Lichts emporklimmen, und den Mittelpunkt derWallfahrt, den Schovß der Gottheit, immer suchenund nie erreichen: denn wir sind und bleiben einge-schränkte, unvollkommene odcx endliche Wesen. Woich indessen sey, und durch welche Welten ich ge-führt werde, bin und bleibe ich immer an der Handdes Vaters, der mich hieher brachte und weiter ru-fet: immer also in Gottes unendlichemS c h o o ß e.
Es thut mir leid, sprach Eharikles daß ich Siein Betrachtungen unterbrechen muß, die Sie so weitvon unserer Erde entfernen; aber lassen Sie michnicht zurück. Ueberall, wo Sie frei, weise und tha-tig leben, ist Himmel: und warum scheuen und flie-