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VI. Ahnungen
weise, realisirt sicht? Muß sie einem solchen Traumnicht zujauchzen und ihn umarmen, wie Adam dirEva umarmte: da sie in ihm das Gebilde ihrerselbst, das Geschöpf ihrer süßesten Augenblicke,die Frucht ihrer geheimen Liebe gewahr wird? Se-hen Sie, mein Freund, daher kommen die All-st a u n u n g e n, die plötzlichsten und oft so ange-nehmen , so tiesahnenden, so gewaltigen Sym-pathien, daher kommt das weissagende Göttlichedes erste» Eindrucks. Kein zweiter Eindruckkann es uns geben: er schwächt nur die Wollustdes ersten und decomponü-t das Gemahlde. Svlange die Seele sich den ersten Traum wahr macht,schwebt sie gleichsam im Elysium der Kindheit; istder Traum aufgelöst, so sind leider die GötterMenschen worden; sie baut den Acker und nährtsich mit Kummer und Schweiß des Angesichts.Merken sie insonderheit, daß bei wohlorgamsirte»Menschen dergleichen Erinnerungen meistens schön,aber wild, romantisch, oft überspannt sind — ge-rade wie die Eindrücke und Gefühle der Jugend.Kranke Leute behalten Ideen des Schmerzes, schwa-che Leute Gefühle der Mühe und der Lästigkeit ausfrühen Gefühlen der Art, die sich ihnen eindrück-ten. Vielleicht wurden manche begeisterte Heldenund Schwärmer durch ein hitziges Fieber dazu inder Kindheit gebildet, davon ihnen Ideen blieben.Diese kommen zu gewissen Zeiten in Stunden derSchwachheit, des plötzlichen Ucberfalls, wenn dieSeele nicht auf ihrer Hut ist und ihre Gedankengleichviel womit rombinirt, wieder, sie kommenoft wieder und werden herrschende Gefühle.Ich konnte Ihnen frappante Excmpel davon erzäh-