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Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
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Seite
210
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Th. Sie sind ein wahrer Pythagoraer, meinFreund, und würdig, daß Sie bis zum tiefstenBrunnen der Vorzeit, ja bis zum Urquell derWahrheit kamen, wenn Menschen dahin kommenkönnen. Ich gestehe ihnen frei: auch mir sind

dergleichen süße Traume der Rückerinncrung ausmeiner Kindheit und Jugend bekannt. Ich kam inOerter und Umstande, wo ich hakte schwören mö-gen, schon gewesen zu seyn: ich sah Personen, woes mich dünkte, mit ihnen gelebt zu haben, gegendie ich gleichsam auf alte Bekanntschaft fußte.Sollte es aber davon keine andere Ursachen geben?

CH. Jch-lvüßte keine, als die Rückerinnerungeines vorigen Zustandes!

Th. Allerdings eines vorigen Zustandes; nurnicht außer unserer Lebenszeit und in einem andernKörper. Wäre die Erfahrung in diesem geschehen,so wäre die Erinnerung körperlicher Gegenstände,auch wahrlich in einer Welle des Stroms Lethe ge-blieben, und käme uns jetzt nicht in einem andernKörper wieder. Haben Sie aber nicht auf sichAcht gegeben, wie sich die Seele immer ingehcimbeschäftigt? wie sie insonderheit in der Kindheit undJugend Plane macht, Gedanken vereinigt, Brückenbaut, Romane aussinnct, und im Traum allesmit Zauberfarben des Traums wiederholet? SehenSie jenes Kind stille spielen und sich mit sich un-terhalten. Es spricht mit sich selbst: es ist in ei-nem Traum lebhafter Bilder. Diese Bilder undGedanken werden ihm einst wiederkommen,zu einer Zeit, wenn es sie nicht vermuthet, undnicht mehr weiß, woher sie sind. Sie werben ihm