VI. Ahnungen
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fen, damit sie ihr Geschlecht fortpflanzcn möch-ten. Der Verstand aber, ein Lheil der gro-ßen Seele des Ganzen, ward allen Geschöpfen ein-geflößt, um sie aus eine ihnen bestimmte Art zu be-leben. Nach dem Tode belebt er andere Körper,oder kehret wie ein Tropfe in das unbegranzte Meerzurück, dem er entfloß." *)
4. Es war also auch nur Philosophie dessinnlichen Auges, zu glauben, daß, wie dieTheile des Körpers in ihre Elemente zurückgehen,auch die belebende Seele in den großen Hauch, di?Seele der Welt, zucückkehre. Dey den Thieren hin-derte nichts, dies zu glauben; sie hatten, wie iw derFabel, jedes in seiner Organisation, ihre Rollen ge-spickt und ausgespielet. Aber beym Menschen? DerMensch, mit Ueberlegung und Gewissen begabt, Erauf eine so Hobe Stufe gestellt, und doch auf dieserhohen Stufe oft so niedrig geartet, ein Plagegeist,ein böser Dämon der Schöpfung — hier fieng dasRathsel an, das uns jene sinnliche Philosophie nichthat anflösen mögen.
„Br im ha sprach: die Seelen der Menschensind von den Seelen anderer Thiere verschieden: dennsic sind mit Vernunft und einem Bewußtsepn desRechts und Unrechts begabet. Hangt ein Menschdieser Vernunft und diesem Bewußtsepn des Rechtsund Unrechts an, so wird seine vom Körper getrenn-te Seele, im göttlichen Wesen verschlungen, nie mehrdas Fleisch beleben. Aber die Seelen derer, die Bö-
*) Dow Abhandl. S. 27. »8.