d e r e i g e n e n Zukunft. 167
des Zukünftigen wenig gedient sey; und die Vernunfthat glücklich genug gegen die thörichte Begierde derMenschen, ihr Schicksal in diesem Leben zu wissen,geeifert. Wann wird es ihr gelingen, die Begierde,das Nähere von unserem Schicksal in jenem Lebenzu wissen, eben so verdächtig zu machen?"
10.
„Die Verwirrungen, die jene Begierde ange-richtet hat, und welchen (wie ich an Ledipus zeigenkann) durch schickliche Erdichtungen des unvermeid-lichen die Alten Vorbeugen mußten, sind groß; abernoch weit größer sind die, welche aus der andernentspringen. Ueber die Bekümmcrungen um ein künf-tiges Leben verlieren Thoren das gegenwärtige. Wa-rum kann man ein künftiges Leben nicht eben so ru-hig abwarlen, als einen künftigen Tag t" —
Mit einem Philosophen, der über jede Hypo-these von nähern Umständen unseres künftigen Zu-standes so ruhig urtheilt, darf man auch über seineHypothese vom öftern Wiederkommen der Menschenin dieses Leben ruhig sprechen oder wie man jetzt sa-gen will, vernunften.
12.
Alt ist die Hypothese gewiß, nicht etwa nur alsSpekulation, sondern viel früher noch als Wahnsinnlicher Mensch en.
13.
Alle Völker nämlich bildeten sich ihren künsti-