VI. Ahnungen
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Geh hin, o Lüftchen, mit deiner rauschenden ^Schwinge,Und seufze auf Malvinens Grab.
Es hebt sich unrer jenem Felsen dortAn Lutha's blauem Strom.
Die Mädchen sind hinweg an ihren Ort,
Und du allein, o Lüftchen, traurest da.
Aber wer kommt dort aus dem dunkeln West,Gestützt auf eine Wolke?
Ein Lächeln ist auf seinem grauen Antlitz,
Seine Nebellocken fliegen im Wind' empor.
Er beugt sich vor, auf seinem tuft'gen Speer —>
Dein Vater ist's, -Malvina.
Warum, spricht er, erscheinest du so baldAuf unfern Wolken, Lutha's lieblich Licht?
Doch du wap'st traurig, meine Tochrer,
Denn deine Freunde waren hinweg.
Die Söhne der kleinen Männer waren in der Halle,Von Helden war niemand, als Oßian. — u. fl
Doch genug! so gern ich auch noch vom Todten-licd Oscars und der Komola noch eine Probe gäbe.Man sichet, die einsamen Bewohner der neblichten,stürmigen Berge und Thale des alten Galcnlandeswußten ihren Vorfahren kein anderes Elysium zugeben, als den Wolkenhimmel, der sie umgab.Da sic ihre Väter liebten, und gleichsam ohne sienicht seyn konnten, so mußten diese, auch abgeschie-den, um sie oder über ihnen seyn. Da sie keinanderes Vergnügen, als Kampf, Liebe und dieWchmuth des Gesanges kannten, so mußten ihreVäter auch auf den Wolken, wo sie mit ihren luf-tigen Waffen selbst nicht mehr streiten konnten, sichwenigstens an den Thaten ihrer Sohne erfreuen,