lich zu viel beweisen, oder noch kräftiger, aus derganzen Gestalt unserer Natur, aus der moralischen,hier ziemlich unbefriedigten oder unvollendeten An-lage des Menschen fortzuschließen. Zuletzt also, wennsic keinen andern Wegeweiscr annehmen will, laßtsic Ahnungen und Wünsche für Hoffnungen gelten,die dem Gemükh des Verlangenden und dem mora-lischen Zweck dieses Lebens genug sind, selten aberdie Phantasie, die sich ihr Gcmahlde mit allen Far-ben ausmahlcn mochte, befriedigt. Es ist daher keinVolk der Erde, das sich nicht nach seinen Wünschenund Lieblingsbegriffcn dies Gemahlde ausgemahlthatte; und da die Dichter dem geheimen Verlangenmenschlicher Herzen gerne schmeicheln, so haben dich-terische Völker auch den ganzen Schatz ihrer hierunerreichten Wünsche in's weite freie Land jenseitdes Grabes verlegt, und nach Herzens Lust und Lie-be daselbst entwickelt. Wir wollen einige dieser Mey-uungen und Dichtungen verschiedener Völker durch-gehen, und am Ende daraus einige Schlüsse ziehen.
Ich lasse das Volk ganz dabin gestellt, dem ei-ne Offenbarung d. i. außerordentliche Fakta der Vor-sehung, nebst Entwickelung derselben von ihren gott-begeisterten Weisen, seine Begriffe und Hoffnungenlenkte; die Untersuchung des Ganges dieser Lehre beiden Ebraern wird eines andern Orts seyn. Hierbleiben wir bey Völkern, die im Nebel ihrer Sinne,unter den Wolken des engen Horizonts, der sie ein-schloß , umhergiengen, und fragen, was sie dachten?wie weit sie's brachten?