Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
117
Einzelbild herunterladen
 

r die Menschheit.

117

4 .

Mit dem Leben des Menschen fängt seine Er-ziehung an: denn Kräfte und Glieder bringt er

zwar auf die Welt, aber den Gebrauch dieser Kräfteund Glieder, ihre Anwendung, ihre Entwickelungmuß er lernen. Ein Zustand der Gesellschaft also,der die Erziehung vernachlaßigt, oder auf falscheWege lenkt, oder diese falsche Wege begünstigt, oder-endlich die Erziehung der Menschen schwer und un-möglich macht, ist insofern ein unmenschlicher Zu-stand. Er beraubt sich selbst seiner Glieder und desBesten, das an ihnen ist, des Gebrauchs ihrerKräfte. Wozu hatten sich Menschen vereinigt, alsdaß sie dadurch vollkommenere, bessere, glücklichereMenschen würden?

5 .

Unförmliche also oder schiefaus gebil-dete Menschen zeigen mit ihrer traurigen Existenznichts weiter, als daß sie in einer unglücklichen Ge-sellschaft von Kindheit auf lebten: drnn Mensch zuwerden, dazu bringt jeder Anlage genug mit sich.

6 .

Sich allein kann kein Mensch leben, wenner auch wollte. Die Fertigkeiten, die er sich er-wirbt, die Tugenden oder Laster, die er ausübt,kommen in einem kleineren oder größeren Kreiseandern zu Leid oder zur Freude.

7 -

Durch Uebung vermehren sich die Kräfte,nur dies kann der Zweck aller menschlichen