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IV. Von der menschlichen
die an diesem Selbst hasten. Wollten wir, wennwir's auch könnten, Welt und Nachwelt mit unserenSchwachen beschenken? Nein! Dcr Nektar derUnsterblichkeit, der Lebenssaft, durch welchen dasWahre und Gure keimet, ist ein reiner Saft; allesmir Persönlichkeit Vermischte muß in den Abgrund;in den Gesäßen und Triebwerken der großen Welt-maschine muß es so lange geläutert werden, bis derBodensatz sinket. Die Wahrheit ruhet auf sich selbst;wenn ihr Würfel auch sechsmal umgewälzet würde, erist und bleibt immer ein Würfel. Dagegen die Py-ramide, die auf ihre Spitze gestellt würde, entwederzertrümmern oder mit ungeheurer Mühe umhecge-walzt werden müßte, bis sie ihre ruhige Grundlagefände. Leicht wird diese Sclbstverläugnung, sobaldman einmal die Luft dcr hohen Region genossen,und in das Gebiet des Beharrlichen, des Wahrenversetzt ward. Gern leget man die sterbliche Hülledcr Persönlichkeit ab, wo sie Welt und Nachweltnur an unsere Unvollkommenheit erinnern wurde.Der erste Begriff eines allgemeinen Gesetzes sagtschon, daß es von Privallcidenschaft enfernt seynmüsse: so will auch jede reine Form des Guten undSchönen kein Portrait, sondern ein Ideal seyn. Werüber sich selbst der strengste Richter zu seyn vermag:nur dcr ist ein Sohn der Götter, seiner Natur nachund in seinen Werken unsterblich. Vielleicht habeich einmal Gelegenheit, etwas über die Dämonen,Heroen und Genien der Alten zu sagen, deren Göt-tergcstalten überhaupt mir wie abgezogene Begriffeund Kategorien erscheinen, unter welche sich allesUnsterbliche in Menschengedanken, Werken und Cha-rakteren gleichsam sinnlich ordnet.