Unsterblichkeit.
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ihrem Werk fortzuwirken und dadurch den schönstenund edelsten Theil unserer selbst, in unserm Geschlechtzu verewigen. Es sey mir vergönnt, diesen Gedan-ken, der keine Poesie, sondern die schlichteste Wahr-heit ist, mit Wenigem zu entwickeln. Ich bin ge-wiß, daß in jedem edlen Gemüth, das mich höret,sich auch ein Land der Unsterblichkeit aufthun werde,indem jedem sein Herz saget: hier wohnt wahremenschliche Unsterblichkeit, hier oder nirgend. Außerihr ist Schatten und Lrkus.
Das Edelste, was wir besitzen, haben wir nichtvon uns selbst; unser Verstand mit seinen Kräften,die Form, in welcher wir denken, handeln und sind,ist auf uns gleichsam herabgeerbet. Wir denken ineiner Sprache, die unsere . Vorfahren erfanden,in einer Gedankenweise, an der so viele Geister bil-deten und formten, zu der auch in andern Sprachendie schönsten Genien des Menschengeschlechts beytru-gen, und uns damit den edelsten Theil ihres Da-seins , ihr innerstes Gemüth, ihre erworbenen Ge-dankenschatze huldreich vermachten. Täglich genießenund gebrauchen wir tausend Erfindungen,die aus alten Zeiten, ja zum Theil von den fernstenGegenden der Erde zu uns gekommen sind, und oh-ne die wir ein freudenloses, dürftiges Leben führenmüßten. Maximen und Sitten sind auf unsgeerbt, die nicht nur das Gesetz der Natur, dasdunkel in uns liegt, erhellen, sondern uns auch er-wärmen und Kraft geben, uns über Bedrückniß undGewohnheit hinaufzuschwingen, Worurthcile abzu-schütteln , und indem wir andere Gemüther von dem-selben Lichte des Wahren, Guten und Schönen