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Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
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Seite
75
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III. Vom Wissen und Ahnen.

3. Wünsche, sagt man, fliegen in die Luft,oft gar in den Mond; wenn sie indeß reifeFrüchte unserer Erfahrungen sind, wa-rum sollten sie nicht auch auf unserer Erde zuweilenein ihnen gedeihliches gutes Land finden? Ein be-scheidenes Gemüth wünscht wenig; seiner eigenenNutze wegen beschneidet cs der fernhin flatterndenPhantasie die Flügel, und mag nicht gern außersich selbst wohnen. Die Wünsche aber, die esin dieser ruhigen Einsamkeit erwärmend ausbrütet,werden um so gewissere, erfreulichere Voten der Zu-kunft. Alle wissen wir:Eine Schwalbe führetden Sommer nicht herbey;" aber es kommen meh-rere Schwalben, die Nachtigall kommt o keinWunsch, keine Schaar von Wünschen verständigeredler Gcmüther war je ganz verloren! Sie laden dieZukunft ein, sie zwingen sie sanft herbey, sie wallenihr fröhlich entgegen. Es giebt gewisse edlere See-len, die nur wünschen sollten; der Dämon derZukunft steht unsichtbar da, ihre Wünsche in seinBuch einzuzeichnen und zu seiner Zeit zu gewähren.Was schadet's, daß sie selbst sodann ihres erfülltenWunsches nicht mit genießen? sie genossen ihn wün-schend; ihre schöne Seele ist im Buch des Geniusmit eingezeichnet.

4 . Hoffnungen sind meistens reich ausstaf-sirke Bräute der Zukunft; die Braut selbst aberlegt gern ihren entbehrlichen Schmuck ab und ist imleichteren Hausgewande munter geschäftig. Es istunläugbar, daß wir mittelst süßer Hoffnungen dasLeben hindurch gelockt und gewissermaaßen getauscht