III. Vom Wissen und Ahnen. 43
zerging und konnte sich nicht anders, als inden Elementen des Dunstes, als die Theilwahrheit,aus der sie entstanden war, lösen. Lachen wirDeutschen nicht über einen großen Thcil des fran-zösischen Abstcaktionswesens? Eben, weil er unsfremde ist, weil wir unfern Verstand von Jugendauf nicht in diese Formen und Wortformeln gossen.Ein Theil der Englischen Philosophie ist uns sofremde, als, der lieben Erfahrung nach, ein gro-ßer Theil der Wölfischen Philosophie allen Nach-barn ringsum gewesen, deren Verstand gerade nichtin dcr lateindeutschen Hülse wuchs. Wer darf sichrühmen, jetzt den Scheitel der Wahrheit erreicht zuhaben, der über alle Dünste weg ist?
Mit der Schwärmereigabe nicht anders. Der«arme Busen, der hier oder darüber zuerst Empfin-dungen verdrängte, sie zur Sprache, nothwendig zuso warmer, dunkler, verflochtner Sprache schuf, alsseine Empfindungen waren: er hatte an diesen Em-pfindungen und an dieser Sprache ohne ZweifelWahrheit. Es waren warme Abstraktionen derGegenstände, die ihn umgaben, wie's nur die kälte-sten Abstraktionen dem spekulativsten Kops seyn konn-ten. -- Wichen aber die Gegenstände in ihrer
Fülle hinweg, und man wollte den Dunst her war-men Abstraktion, als solchen, ohne jene, unmittel-bar Haschen und nachempfunden; den Augenblick wardalles Lüge, Nachäffung, kalte Wortschwarmerciüber warme Gegenstände, wie es nur je die sinn-lose Wortgrübelei und blühende Jüngerphilosophieüber kalte Gegenstände gewesen.