iü I. Das eigene Schicksal.
Meistens hat sich in diesen dreyßig Jahren die Weltund Er selbst so verändert, daß er nicht mehr vonvorn anfangen kann; so wenig es dem Strom, derdreyßig Meilen fortfloß, zuzumulhen ist, daß er zurQuelle zurückkehcc. Einen verdienten Mann im Allerseinem Schicksal zu überlassen, ist eineUndankbarkeit, von der auch die Wilden nichts wis-sen, Key denen das Alter geehrt ist, und der Ju-gend mit seinem geprüften Rathe dienet.
Jede Begebenheit endlich hat ihreMomente des Daser) ns; vom Kleinsten fängtsie an, steigt langsam oder schnell zu einem Höchsten,von welchem sie wieder zum Minimum sinket. Werdiese Begebenheit veranlaßt oder in sie wirkt undeingreift, oder ihr entgegen strebet, hat diese Mo-mente ihres Schicksals zu bemerken. Man-ches Feuer läßt sich im Funken ersticken; wer aber,wenn die Flamme auflodert, blind in sie hineingrcist,verbreitet sie eher, als daß er sie dämpfe. Was nichtgerettet werden kann, brenne; man sondre das Nächst-gclegene von ihm ab, daß cs an diesem fremdenSchicksal nicht Theil nehme. Neble Barmherzigkeit,die den umherfliegenden Funken und Feuerballen Häu-ser und Kammern öffnet! In aller Geschichte warendie Helden des Schicksals, die den Gangder Begebenheiten, die kritischen Tage der Krankheit,überhaupt die Reife der Dinge gesund zu beur-theilen wußten. In eignen Unternehmungen nutzensic die Schwäche sowohl als die Starke der Men-schen, erweckten was in Trägheit schlief, verändertendurch neue oder neugcbrauchte Hülfsmittel den Gangder alten Gewohnheit, brachten ihre Gegner aus derFassung und wandten die Unglücksfälle selbst zum