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I. D a s eigene Schicksal.,
nichts als einen Übeln 'Namen und ein BewußtseyNlauter nichtiger, verfehlter Plane davon tragt. Cr batsich einen Übeln Winter bereitet, und darf nicht ebenmit Freude sagen: „das ist mein Schicksal."
Von Schriftstellern und berübmten Männernbraucht man den Ausdruck: -,um diese Zeit bat ergeblühet." Von berühmten und glücklichen Schönen -sagt man ein Gleiches. Mancher blübete, wie derFeigenbaum, früh, ehe noch seine Blatter da waren ;die Blkthe gieng bald vorüber. Mancher, wie derMandelbakm, spat und Key grauen Haaren; daheber auch seine Blüthe ins Grab nimmt. Der nüch-terne Mann, der sich die Svphrosyne zur Freun-din erwählte, weiß, wenn ec blühen und nicht mehrblühen, wenn er Früchte bringen soll. Er will undmag seine Jugend nicht verlängern, nicht das Höch-ste seines Lebens zu einem »och höheren treiben; son-dern bereitet sich, so lange es scyn kann, zu beste-hen, und allgemach h i n a b z u sc h r e i te n. DieGöttin Nüchternheit bewahrt ihn vor dem bö- ,sen Schicksal, sich selbst zu überleben. Er ändert sei-ne Kleider nach der Jahrszeit, und erlebt zuweilenim Herbst eine verspätete Rose, oder nach ruhigdurchlebtem Winter die ersten Veilchen eines neuenFrühlings.
Traurig ist's aber, Wenn eine schlechte Verfas-sung der Menschen den Greis wider seinen Willenzum Jünglinge, zu einem Brautwerbet des Glücks,der Gunst und des Beyfalls mit grauen Haarenmacht, damit et und die Seinen nicht Hungers ster-ben. Hinter dem fünfzigsten Jahre sollte wohl keinwürdiger Mann mehr betteln dürfen, wenn er drey-ßig derselben in nützlicher Arbeit hingcbracht hat.Herders Werke z. Phil.u.Gesch. VH. B