r6 I. Das eigene Schicksal.
und Bequemlichkeit Erhalte, unter Gesetzen des öffent-lichen allgemeinen Wohls, sein Schicksal selbstzu leiten. Will er's einem andern vertrauen, sowird's ihm niemand wehren; er merke sich aber da-bev Eine geprüfte Erfahrung, daß der, der uns vielGutes erzeigt hat, oft wider seinen Willen uns auchBöses erzeigen könne, so daß zuweilen auch hier dieSchaaken der Waage im Verfolg der Zeiten gleichschweben.
Das Leben des Menschen ist auf Le-benszeiten berechnet, so auch seinSchicksal. Eine Begebenheit ist aufMomente berechnet, so auch ihr Schick-sal.
Ueber den Zusammenhang der menschlichen Le-bensalter bedarf es keiner Dissertation; wir erken-nen sie alle und sehen ihren Bau auf einander. Werim Frühlings nicht säet, wird im Sommer nichterndten, im Herbst und Winter nicht genießen; ertrage sein Schicksal. Wer als Greis thun will rmdnicht mehr zu thun vermag, was er als Jünglingmit Ehren thun dürste, gerath an eine Unrechte H o-ra; er trage sein Schicksal. Jedermann hat hierü-ber den Eompaß in sich, der ihm sagt: „jetzt ist esZeit; jetzt nicht mehr Zeit. Die Stunde ist vorüber."Will er das Schicksal heraussordern, so wage er'sauf seine eigene Kosten. In der Jugend darf manwagen; das Glück, sagt man, ist ein Weib; es ge-fallt sich an Etourderieen der Jugend. Wehe demaber, der diese über den Punct bis zum Alter hin-aus treibet! Wehe dem, der von allen Wagnissenjüngerer Jahre, in welchen das Glück ihm beystand,
nichts