I. Das eigene Schicksal.
Gesammt-Genius, schwuren; sie wußten alledaß der Geist Tiberius, Cali guln, Claudi-us, Nero, und ihrer Consorten dies nicht sey.Indessen blieben sie bey der ckulis, IUvia,
und ließen zuletzt Soldaten den Mann wählen, anden das Schicksal des Reichs geknüpft scyn sollte.Wie in jedem Stande die Besten nur die Wenig-sten sind, so waren es auch unter den Imperatorennur die Wenigsten die ihren hohen Beruf, „Schick-salsgötter des Reichs zu seyn," nicht nurkannten, sondern auch edel erfüllten. Auch als Im-peratoren waren sie Beamte, Privatperso-nen, auf denen die Last des Reichs ruhcw, an diedas Schicksal der Völker geknüpft war.
Ohne die mittleren Jahrhunderte zu durchgehen,wollen wir nur Eins bemerken, dies nämlich: daßE u ltu r, d. i. der wahre Geist der Aufklärung zwardas blinde Zutrauen schwäche und das alberne garzerstöre; dagegen aber ihrer Natur nach das ge-gründete Zutrauen desto unverletzli-cher mache, indem sie es zur Regel derVernunft selbst erhebet. Je mehr der leereWahn, der an Unwesentlichen Dingen hicng, schwindet,desto mehr lernt man dem Wesentlichen vertrauenund sich unter ein Schicksal, dessen Gesetze man er-kannt hat, fügen. Alle Verirrungen des menschlichenVerstandes, alle grauelvolle Scenen, die von wildenoder verkappten Leidenschaften gespielt werden, allerverlarvte Betrug muß, wenn er in seiner Naturoder in Folgen erkannt wird, zuletzt auf Grund-sätze der Wahrheit führen; und diese könnenin unserm Eapitel keine andre seyn, als daß, sovielmöglich, jeder Mensch die Macht, die Geschicklichkeit