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Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
Entstehung
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I. D a s c i g en e S c h ic k s a l. iZ

an das Schicksal des Andern geknüpft ist. So folgtdas Weib dem Schicksal des Mannes, und es istjederzeit etwas gefährlich, wenn er dem Schicksal desWeibes folget. So sind Unmündige an den Rathund Willen, an den Stand und die Bcphülfe ihrerEltern und Vormünder geknüpft; bald aber lehrt derVogel seine Jungen fliegen, und wenn sie den Flugerlernt haben, treibet der Adler sie selbst aus demNeste. Durch Bande der Liebe und des Zutrauenssind Freunde verknüpft; es schlagt in ihnen EinHerz; ihre gemeinschaftliche Seele sorgt für einan-der. Zeiten der Gefahr, Unternehmungen voll Muthund großer Gesinnung erheben, stärken, verknüpfendie Seelen, jeder vergißt sein Ich, und wohnt in derBrust des Andern oder vielmehr am genieinschaftli-chen Ziele. Lebens-Verhältnisse einer langen Bekannt-schaft, die süsse Gewohnheit einer daurenden Vertrau-lichkeit und Freundschaft, bringen stille Gemüther sehrnah und enge zusammen, daß der Eine dem Schick-sal des Andern, wohl auch im Lode selbst folget. Sowünschte Horaz mit seinem Macenas zugleichzu sterben; ihm ward sein Wunsch gewahret: erstarb Ein Jahr nach ihm. Und so ists eine bekannteSache, daß alte Freunde, liebende Ehegatten einan-der im Lode oft Nachfolgen; der Eine Theil bliebverwaiset zurück, konnte und wollte keine andereBande knüpfen; er folgte dem andern an der sanf-ten Hand eines gemeinschaftlichen Schick-sals.

Was Natur und Liebe thut, wird Selbstsucht,Ebrgcitz, angebohrner oder gewohnter Befehlhaber-Geist nie vermögen. Diese trennen die Gcmülher,statt sie zu verbinden; denn auch nach langer Tau-