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I. Das eigene Schicksal.
Hier also liegt das sogenannte eigene Schick-sal der Verfassungen, Stände und Rei-che. Sofern sie ein mechanisches Gerüst sind, wermag der Natur der Dinge widerstreben, daß jedesnicht einmal als das was es ist erscheine? Diealte Treppe zerfallt; die alte Latte wird unbrauchbar;dies Dach schützet nicht mehr; jener Stuhl ist morschund mürbe; was hat sie in solchen Stand gesetzt,als die Zeit und die Nachlässigkeit der Hände, diejenes Dach nicht besserten, diesen Stuhl nicht erneu-ten, die thaten, als ob das Schicksal ihnen dienensollte, und sie durchaus nicht dem Schicksal dienten.Sie also waren inconsequent gegen die consequente Rei-he der Dinge, gegen die zusammenhängende Kette vonWirkungen und Folgen. Sollen wir nun wünschen,daß Luft und Zeit gegen alles, nur nicht gegen diesearme hohle Weide, gegen diese Treppe, gegen diesenmorschen Stuhl, sich als Luft und Zeit erweise?Sollen wir wünschen, daß der Argus mit tau-send Augen sie nur gegen diese Gegenstände ver-schließe, mithin sein ganzes Geschäft des Wachensaufgebe? So nah uns diese Wünsche liegen, so wer-den wir ihnen entsagen, wenn wir bemerken, daßder Genius der Welt der zartesten Lieblingsnei-gung, die gegen sein Geschäft ist, nicht schonen kön-ne : denn dies Geschäft ist nichts, als zu zeigen, daßJedes sey, was es ist, daß das Veraltete veraltetsey, daß das Todte nicht mehr lebe. Wenn Menschendies nicht durch Vernunft begreifen wollen, lernensie es durch Erfahrung.
Man durchgehe den Eompaß seines eigenen klei-nen Schicksals; das Meiste, daß wir ihm zur In-