I. Das eigene Schicksal. 7
bcn, die Bäume Frucht tragen, die Blätter fallen,oder das gesäete Korn unter dem Schnee begrabensiehst, gehe die vornehmsten Auftritte deines Lebensdurch, so rasch oder so langsam, als du die Schrittezählest. Von der Art an, wie du in der Kindheitdeine Wärterin oder deine Eltern, deine Freundeund Gesellen, deine Lehrer und die Geliebte deinerJugend behandelt, wie du nachher jede deiner Situa-tionen, vollendet und unvollendet, mißvergnügt oderbefriedigt, beleidigend oder beleidigt verlassen hast,wie du jeden Augenblick nütztest, oder sorglos vorbei»streichen liessest, Menschen belogst oder großmüthig,edel, unschuldig, liebevoll wärest: so, wird dir deinHerz sagen, ward und wird dir dein Schicksal. Vie-les, wird es dir sagen, ist noch ungcbüßt; vieles reiftnoch zur Erndte. So schamroth du jenem und die-sem vors Auge treten müßtest: so gewiß ist dieß in-nere Auge in dir, und keine Treulosigkeit, keine Un-achtsamkeit ist in die Lüfte verflogen. Den Ego, dersie beging, trägst du mit dir; das Buch der Zeitenist in deinem Herzen; deinem Bcwußtseyn kommen,oft an sehr Unrechtem Ort und unerwartet, alteSchulden zurück; jeder falsche Wechsel, der anderekränkte und mürbe gemacht, kommt dir zur Rech-nung. Die Zeit ist ein strenger Buchhalter, einwahres Eontinuum der Dinge, das nichtsÜbersicht, das nie belüget. Frage dein Herz, und eswird dir sagen, was gebüßt sey, oder was noch ge-büßt werden müsse: denn dein Schicksal istder Nachklang, das Resultat deinesCharakters.
Das Schicksal scheint inconsequcnt