ss I. Das eigeneSchicksal.
schnellesten Kräfte sollte es dergleichen Naturgesetzenicht, und überhaupt keinen Zusammenhang ge-ben? Eben hier herrscht der feinste von allen; undich glaube dem ersten Lehrer der christlichen Religionaus Einsicht und Erfahrung, daß, wie wir gebenuns gegeben werde, daß, wie wir richten,auch wir unser Urtheil empfangen; daßdas kleinste und größesteGute und Böse,seiner Art und Natur nach, vergolten werde indieser und jener Welt. Dem eigenenSchicksal entgehet niemand; oder die Kette derNatur müßte brechen; das Licht müßte nicht mehrleuchten, die Flamme nicht mehr warmen, der Schallnicht tönen; vorausgesetzt, daß menschliche Organedieser Empfindungen fähig sind, und daß man Allesim großen, unermeßlichen Zusammenhänge betrachtet.Ich bin fest überzeugt, daß, je mehr unsere Aufmerk-samkeit auf Dinge dieser Art gewandt, und unserreiner Sinn für den Zusammenhang der geistigenund moralischen Welt, an deren Daseyn jetzt man-cher zweifelt, geschärft würde, uns ein neues Lichthierüber aufgchen müßte.
Ehe uns dieses als Wissenschaft aufgeht, lassetuns in unserem Busen unser eigenes Schick-sal als einen Apollo befragen. An welchem Unfallwar nicht unser Unbenehmen, an welchem Unglücknicht unsere Thorheit schuld ? Wir saeten frühe, waswir später erndten, und erndtcn werden. Auch fehlteuns zu diesem Verhältnis niemahls in unserm Her-zen der Exponent, der Weiser. Gehe, (sagtmein Blatt,) geliebter Leser, auf einem Spaziergängeetwa, wenn du das Laub sprossen, die Blüthe trei-