4 I. Da s ei g c n e S c h ick s a i.
und wer auf die Zauberkraft gemerkt hat, die der-gleichen Worte in den größestcn Verlegenheiten, inden entscheidendsten Augenblicken des Lebens, oft zurBildung und Mißbildung eines ganzen Charaktershaben, dem wird die Frage.- „was ist denn das ei-gene Schicksal?" gewiß nicht unwichtig scheinen.
Jeder Men sch hat sein eigenesSchick-sal, weil jeder Mensch seine Art zu seynund zu handeln hat. In diesem Verstände ncm-lich bedeutet Schicksal die natürliche Folge un-ser e r H a n d l u nge n , u n s e r e r A r t zu den-ken, zu sehen, zu wirken. Es ist gleichsamunser Abbild, der Schatte, der unsere geistige undmoralische Existenz begleitet. Daß .es einen solchenZusammenhang der Dinge, mithin auch all-gemeine, beständige, mit uns fortgchende Resulta-te unserer Handlungen und Gedankengebe, kann niemand läugnen: denn, wie die altePhilosophie sagte, keine Wirkung ist ohne Ur-sache, keine Ursache ohne Wirkung. Wie wir gegenandere handeln, so handeln andere gegen uns; ja siewerden von uns gezwungen, also zu handeln. Werden Ton in Dur angiebt, dem wird, früher odersvater, in Dur geantwortet; es fordert dies dernatürliche Anklang, ich möchte sagen, der Wieder-hall unserer Gedanken und Handlungsweise. Laßes z. B. seyn, daß eine Aeitlang der Starke gegenSchwächere übcrmüthig seine Kräfte gebrauche; diese«nehmen ab, und die Wirkung, der Ton seinesVerfahrens in seinem und anderer Gemüth istgeblieben. Ec findet einen Stärkeren, der mit ihmgleichmäßig verfährt, oder ihm siebenfach vergilt;