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Abgrundes schwindelt! sobald sie wahrnahm, daß sicAlbert jeden Augenblick verstohlen anschaute, um den Zu-stand ihres Herzens zu erforschen, zwang sie sich zu einemeintönigen Lächeln der Lippen daS, in Ermangelung jenesso sanften Feuers des Lächelns der Augen, die Wirkungeiner einfachen Lichtznrückprallnng, das heißt einer Helleohne Wärme hervorbringt.
Albert aber fühlte sich so beunruhigt, so unbehag-lich, so beengt durch einen Nest von Lurus, der ihn ver-hinderte, seiner gegenwärtigen Lage zu entsprechen; erwollte ohne Handschuhe ausgehen, und fand seine Händezu weiß; er wollte zu Fuße umhcrlaufen, und fand seineStiefeln zu gefirnißt.
Diesen zwei so edcln und verständigen, unauflöslichdurch das Band der mütterlichen und kindlichen sLiebevereinigten Wesen war es indessen gelungen, sich zu ver-stehen, ohne von etwas zu sprechen, und alle Rücksich-ten zu nehmen, die man sich unter Freunden schuldig ist,um die materielle Wahrheit festzustellen, von der das Lebenabhäugt.
Albert konnte am Ende, ohne sie erbleichen zu machen,zu Mercedes sagen:
„Meine Mutter, wir haben kein Geld mehr."
Nie hatte Mercedes die Armuth wirklich gekannt;oft halte sie in ihrer Jugend selbst davon gesprochen;doch das ist nicht dasselbe: Bedürfniß und Nothdurftsind zwei Shnonymen, zwischen denen eine ganze Weltvon Zwischenräumen liegt.
Bei den Cataloniern hatte Mercedes Mangel antausend Dingen, aber es fehlte ihr nie an gewissen an-deren. So lange die Netze gut waren, fing man Fische,so lange man Fische verkaufte, hatte man Garn, um dieNetze zu unterhalten.
Und dann, von der Freundschaft getrennt, nur eineLiebe hegend, welche bei den materiellen Einzelheitender Lage von keinem Gewichte war, dachte man an sich,jedes an sich, nur an sich. Mercedes machte von demDer Graf v. Monte Christo. VI 18