Druckschrift 
24/27 (1846)
Entstehung
Seite
144
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wir die Frau nicht mehr erkennen, wenn sic uns untereinfacheren Gewändern erscheint, nicht als ob sie in denZustand der Bedrücktheit gefallen wäre, wo man dieLivree der Armnth anznzichen gezwungen ist; Merce-des hatte sich verändert, weil ihr Äuge nicht mehrglänzte, weil ihr Mund nicht mehr lächelte, weil einebeständige Verlegenheit das rasche Wort, das einst einstets bereiter Geist von sich gab, auf ihren Lippen zu-rückhielt.

Sticht die Armuth hatte den Geist von Mercedeswelk gemacht, es war nicht der Mangel an Herzhaftig-keit, was ihr die Armnth drückend erscheinen ließ;aus der Mitte herabgestiegen, in der sie lebte, verlo-ren in der neuen Sphäre, die sie sich gewählt, wiePersonen, die sich ans einem glänzend erleuchteten Sa-lon entfernen, um rasch in die Finsternis; überzugehen,war Mercedes wie eine ans ihrem Pallastc in eineHütte herabgesunkcne Königin, die, auf das Nothwen-digste beschränkt, sich weder an dem thöncrnen Geschirr,das sie selbst auf die Tafel setzen muß, noch an demärmlichen Lager erkennt, das die Stelle ihres Betteseinnimmt.

Die schöne Catalonicrin oder die schöne Gräfinhatte in der That weder mehr ihren stolzen Blick, nochihr reizendes Lächeln, denn wenn sic ihre Angen aufihre Umgebung heftete, sah sie nur kümmerliche Gegen-stände; ein Zimmer mit einer von jenen grauen Tapeten,welche sparsame HauScigcnthümcr vorzugsweise als amwenigsten dein Beschmutzen ausgesetzt, wählen; einen Bo-den ohne Teppich; MeubleS, die den Blick auf der Arm-seligkeit eines falschen Lurus zu haften zwangen, lauterDinge, die durch ihre schreienden Töne die für Augen,welche an eine elegante Gcsainmtheit gewöhnt sind, sonothwcnige Harmonie unterbrachen.

Frau von Morcerf lebte hier, seitdem sic ihr Hotelverlassen hatte; cs schwindelte ihr bei diesem ewigenStillschweigen, wie es dem Reisenden am Rande eines