Druckschrift 
13 (1853) Die beiden Admirale : ein See-Roman
Entstehung
Seite
536
Einzelbild herunterladen
 

536

Wind sich legen und die See noch weiter fallen zu lassen, wie dießbei beiden bereits sehr rasch begonnen hatte. Nach Verfiuß dieserZeit erschien er auf der Kampanje und beorderte Bnnting, seinegewöhnliche Stelle einzunehmen.

Um zwei Uhr Nachmittags wehte noch eine rolle Marssegel-brise, wie sie gewöhnlich genannt wird; da übrigens die See immernoch hoch ging und die Schiffe dicht aufgeholt waren, so hielt derViceadmiral nicht für passend, noch weitere Segel einsetzcn zulassen. Vielleicht hegte er auch »och den Wunsch, die Entfernungzwischen sich und dem Feinde nicht zu vergrößern, da es theilweisezu seinem Plane gehörte, Monsieur de Vervilliu, so lange der Tagnoch dauerte, scharf im Auge zu behalten, um sich eine möglichstgenaue Idee von der Stellung seiner Flotte während der Stundender Dunkelheit zu bewahren.

Seine jetzige Absicht war die, seine Schiffe die Revue passirenzu lassen, gerade wie ein General seinen Bataillonen den Befehlgibt, an einem gewissen Punkte, den er selbst mit seinem Stabeeinuimmt, vorüber zu marschircn, um sich von ihrer taktischenTüchtigkeit, so wie von ihrer äußeren Propretü mit eigenen Augenzu überzeugen.

Viceadmiral Oakes war der einzige Offizier in der brittischenMarine, der je ein solches Mittel in Anwendung brachte: wie erdenn überhaupt so Manches that, wovon Andere sich nie etwasträumen ließen, dafür aber auch nie einen Augenblick zögerte,wenn sich Gelegenheit darbot, eine doppelt überlegene Streitmachtanzugreifeu wie wir bereits am heutigen Tage gesehen haben.Die Offiziere nannten diese charakteristischen Musterungen ,SirJarvy's Feldtage^, indem sie ein boshaftes Vergnügen darin fanden,Alles, was gegen den gewöhnlichen Seemannsgebranch verstieß, mitden Gewohnheiten der Landsoldaten zu vergleichen.

Doch trotz solcher Scherze und Witze der Flotte erhielt Bnntingseine Befehle, und alsbald wurden die nöthigen Signale gegeben