Druckschrift 
13 (1853) Die beiden Admirale : ein See-Roman
Entstehung
Seite
360
Einzelbild herunterladen
 

360

Blucwatcr glaubte in dem ihm begegnenden Blicke einen fle-henden Ausdruck zu bemerken, und bereute augenblicklich, daß er einsolches Mittel ergriffen hatte, um den Trübsinn seiner Freundin zuzerstreuen. Auch Mildrcd mochte wohl dieses Bedauern in gewissemGrade theilcn, denn sic raffte sich zusammen und bestrebte sich nichtganz ohne Erfolg, eine angenehmere Gesellschafterin abzugcben.

Mein Vater glaubt," bemerkte sie,das kürzlich so schöneWetter werde uns wohl bald verlassen, und dagegen, noch ehescchsunddreißig Stunden vorüber sind, einem tüchtigen SturmePlatz machen."

Ich fürchte fast, Mr. Dntton möchte einen nur gar zu rich-tigen Wetterpropheten abgcbcn. Der Himmel hat so etwas Brü-tendes in seinem Aussehen, und ich erwarte eine unruhige Nacht.Doch gut oder schlimm wir Seeleute müssen nun einmal demSturm die Stirne bieten, und das sogar in dieser Meerenge, woer wahrhaftig nicht zu verachten ist."

Ach, Sir, cs ist doch ein schreckliches Leben, das Ihr führt.Erst seitdem ich ans diesen Klippen wohne, habe ich die Seeleutebedauern gelernt."

Vielleicht, mein Kind, bedauern Sic uns gerade da, wo wiram glücklichsten sind. Unter zehn Seemännern sind cs immer neun,die einen tüchtigen Sturm einer langweiligen Windstille verziehen.Es gibt freilich Augenblicke, wo der Occan wahrhaft furchtbar er-scheint; im Ganzen ist er übrigens eher launenhaft als bösartig.Gerade die bevorstehende Nacht verspricht eine solche zu werden,wie sic Sir Gervaise Oakcs am liebsten hat. Er ist nie glücklicher,als wenn er den Sturm durch das Takclwcrk seines Schiffes heu-len hört."

Ihn habe ich allerdings als einen sehr waghalsigen, zuver-sichtlichen Kommandanten schildern hören. Doch, Ihr, AdmiralBlnewater, könnt unmöglich solche Gefühle in Euch nähren, dennmir scheint cs immer, Ihr paßtet besser an ein trauliches Kamin