322
war ebenfalls auf eine Art nachgewiesen, daß nicht wohl ein Zweifelmehr übrig bleiben konnte. Mit einem Worte, die Beweise warender Art, wie sie ein sorgfältiger, erfahrener Advokat in einemFalle sammeln würde, der zwar keine eigentliche Zweifel zuläßt,aber dennoch der Bestreitung vor einem Gerichtshöfe ausgesetztsein kann.
Sir Reginald brachte eine volle halbe Stunde mit dem Dnrch-lesen der Papiere zu. Während dieser ganzen Zeit war jedes Augeauf ihn geheftet und bewachte den Ansdruck seines Gesichts mit derängstlichsten Sorgfalt. Endlich hatfp er seine Aufgabe beendigtund wandte sich wieder zu Wycherlp.
„Diese Papiere sind mit großer Umsicht und mit höchst genauerKenntniß dessen, was nöthig war, gesammelt worden," sagte er.„Warum blieben sie so lange unterdrückt, und warum ließt Ihr SirWychcrly Hinsterben, ohne ihn über Eure nahe Verwandtschaft zuihm, so wie über Eure Ansprüche aufzuklärcn?"
„Meine Ansprüche waren mir selbst unbekannt, denn ich hegtedie Meinung, daß nicht nur Mr. Thomas Wvchecombe, sondernauch seine beiden jüngern Brüder noch vor mir kämen. Dieß warauch meines Großvaters Ansicht, selbst während er die hier vor-liegenden Beweise vorbereiten ließ. Sie wurden mir mitgegebcn,damit ich bei meiner Ankunft in England wenigstens meine Ver-wandtschaft mit der Familie Nachweisen könnte, und mein Großvatertrug mir dabei noch besonders aus, daß ich sie stets mit mir führensollte, bis der Augenblick, sie zu gebrauchen, gekommen sein würde."
„Das erklärt den einen Punkt, daß Ihr nämlich nicht mitEuren Ansprüchen hervortratet, — warum aber unterließt Ihr,Eure Verwandtschaft darzulegen?"
„Wozu auch, Sir? Ich fand, daß man in England auf Ame-rika und alle Amerikaner herabsah, daß man von den Kolonisten,als von einer Klasse untergeordneter Wesen sprach, die im Vergleichmit denen, von welchen sie noch vor so kurzer Zeit entsprungen waren,