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„Eine Warnung, Admiral. Bluewater! Halten Sie wirklicheine solche für nvthig?"
„Nein, mein Kind, das wissen Sie selbst am besten. DasEine weiß ich gewiß: der junge Mann, den ich im Auge habe,affektirt zwar Bewunderung für Sie; ob er sie aber wirklich fühlt,das ist noch ungewiß, und ich denke, wenn junge Mädchen nur ersteinmal so weit sind, daß sie sich geliebt glauben, so ist dieß schoneine starke Aufforderung an alb ihre edlen Gefühle, um die Leiden-schaft, wenn auch nicht ganz mit derselben Wärme, so doch wenig-stens nicht viel schwächer zu crwicdern."
„Affektirt Bewunderung, Sir! Und warum sollte sich dennirgend Jemand die Mühe nehmen, Gefühle gegen mich zu affek-tircn, wenn er sie nicht auch wirklich empfindet? Ich besitze jaweder Rang, noch Vermögen, um einen Mann zu einer so niedri-gen, und in diesem Falle so zwecklosen Heuchelei zu verleiten."
„Als ob cs zwecklos wäre, das lieblichste Wesen in ganzEngland für sich zu gewinnen! Doch gleichviel. Wir wollen da,wo cs sich um Thatsachcn handelt, uns nicht mit der Zergliede-rung von Beweggründen abgebcn. Ich sollte meinen, hinter derganzen Bewerbung des jungen Mannes halte sich doch einige Leiden-schaft verborgen, und dieß kann ihn für Sie, den Gegenstand der-selben, nur um so gefährlicher machen. Jedenfalls trage ich dietiefe Ueberzengung in mir, daß er Ihrer gänzlich unwürdig ist.Es ist dieß allerdings eine kühne Acußernng für die Bekanntschafttincs einzigen Tages; doch sind so viele Gründe dafür vorhanden,daß sich ein Mann von meiner Lebenserfahrung, der ohne Vorur-theil ist, wohl kaum darin täuschen kann."
„Das ist doch höchst sonderbar und ,bcnnruhigcndfi Sir, wieich beinahe mit Ihren eigenen Worten sagen möchte," antworteteMildred, in ihrer Neugierde mehr ergötzt, als beunruhigt. „Ichwill eben so freimüthig sein wie Sie selbst, und Ihnen sagen, daßSie den Herrn zu hart bcurtheilcn. Mr. Rotherham mag vielleicht