179
Mrs. Dutton, wenn nicht diese Eine thörichte Handlung von mei-ner Seite dazwischen getreten wäre. Ein Mann mit geringer Be-soldung, ohne Vermögen und mit Familiensorgcn, die ans ihmlasten, wird leicht zu tausend Thorhcitcn verleitet, um sein Elendvor sich selbst zu verbergen. Es bessert übrigens deine Sachekeineswegs, wenn du mich an jene Unklugheit erinnerst. — Ichmuthe jedoch Mildrcd keineswegs zu, den jungen Virginier aus'sGerathewohl abzuweisen; er kann im Gegcntheil in mehr als einerBeziehung von Nutzen sein. Erstens kannst du ihn gegen Mr. Tho-mas Wychecombc spielen lasse», zweitens kann ein Lieutenant allerWahrscheinlichkeit nach eines Tages noch Kapitän werden, und dieFrau eines Kapitäns in Sr. Majestät Marine — hm! das ist denndoch nicht ganz zu verachten. Ich rathe dir also, Mädchen, diesenJunker als Köder bei dem Fange des Erben zu gebrauchen, undsollte der Letztere mißlingen, so kannst du den Burschen ja immernoch haben."
Dieß sprach der Elende mit einer gebieterischen Gemeinheit,welche mit seiner Grundsatzlosigkeit und dem gänzlichen Mangel anZartgefühl, der allein einen solchen Rath erfinden konnte — voll-kommen harmonirte. Mrs. Dutton seufzte tief, als sie ihren Gattenalso sprechen hörte, denn nie zuvor hatte er die schwache Maske desäußeren Anstands, die er gewöhnlich trug, so ganz bei Seite ge-worfen. Mildred aber war nicht länger im Stande, ihr tief em-pörtes Gefühl zu bemeistern; sic floh hastig aus der Nähe ihresVaters, als ob sie um jeden Preis eine sichere Zukunft und freund-lichen Schutz suchen wollte, und fand sich bald schluchzend, als obihr das Herz brechen wollte, — in Admiral Blucwatcrs Armen.
Dutton folgte diesem unwiderstehlichen Antriebe seiner Tochtermit den Augen, und bemerkte jetzt zum ersten Male, in wessen Ge-genwart er seine ganze, angeborne Gemeinheit ausgedeckt hatte.Noch war der Wein nicht so ganz Herr über ihn geworden, daß erfür alle möglicherweise hieraus entspringenden Folgen blind gewesen
IS"