darüber keine Frage, daß zu der Zeit unserer Erzählung in demMutterlandc allgemein die tiefste Unwissenheit über Amerika herrschte,so wie umgekehrt in Amerika die devoteste Verehrung für Alles,was englisch war, zu der Tagesordnung gehörte. Die Wahrheits-liebe nöthigt uns noch, bcizufügeu, daß trotz aller späteren Ereignisseder cisatlantische Antheil an dieser Schwäche die Einwirkung derZeit und eines vermehrten Verkehrs am längsten überlebt hat.
Der junge Wycherly war, wie dieß gewöhnlich der Fall ist,für alle Verdächtigungen, welche gegen den Thcil des Reichs ge-richtet schienen, dem er selbst als Eingeborner angehörte, — höchstempfindlich. Sich selbst zwar betrachtete er als einen Engländer,war auch ein höchst loyaler Unterthau und jederzeit geneigt, fürdie Ehre und die Interessen des Sitzes der Herrschaft in die Schran-ken zu treten: wenn aber Fragen zwischen Europa und Amerikaaufgeworfen wurden, dann war er ganz Amerikaner, wie er sich inAmerika selbst im Gegensätze zu allen übrigen Kolonien als bloßenVirginier betrachtete. Er verstand Tom Wychecombe's spöttischeAbsicht recht wohl, suchte aber aus Achtung für den Baronet seinenUnwillen uicderzukämpsen; vielleicht daß auch das Nachgefühl deSEntzückens, das kaum noch seine Brust erfüllt hatte, einigen Ein-fluß aus feine Handlungsweise ausübte.
„Die Herren, die etwa geneigt sind, sich solche Dinge vonden Kolonien cinzubilden, thäten wohl am Besten, ehe sie ihreAnsichten zu laut aussprächen, jenen Weltthcil selbst zu besuchen,"antwortete er kalt, „damit sie nicht Manches sagen, was sie beispäterer Beobachtung gerne widerrufen würden."
„Wahr, vollkommen wahr, mein junger Freund," unterbrachihn der Baronet in der freundlichsten Absicht von der Welt; „sowahr, wie das Evangelium selber. Wir können wohl niemals etwasvon Dingen sagen, von denen wir nichts verstehen, das müssensogar alte Leute, wie wir, Meister Dutton, zugeben, und ich dächte,auch Tom müßte die Gründlichkeit dieses Beweises anerkennen. Es