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nachdenklich. „Tom hat kein Recht auf Wychecombe, Sir Reginalddagegen die triftigsten moralischen Ansprüche von der Welt, wennauch das strenge Gesetz ihn ausscheidet. Hätte Sir Michael, stattunseres Urgroßvaters, das Majorat gestiftet, so würde es sich jetztganz von selbst verstehen, daß e r dein Nachfolger würde."
„Ich konnte Sir Reginald Wychecombe niemals leiden," ver-setzte der halsstarrige Baronct.
„WaS thut denn das? — So lange du lebst, wird er dichnicht beunruhigen, und bist du todt, so ist's ja auch ganz einerlei.Komm, komm, ich selbst will das Testament aufsctzcn und die Namennoch unausgefüllt lassen; ist's dann einmal geschehen, so wirst dumit frohem Herzen dein Siegel drunter setzen. Es ist der letzterichterliche Akt in meinem ganzen Leben, und paßt gewiß am Bestenfür einen Mann, der den Tod beständig vor Augen hat."
So endete das Zwiegespräch zwischen den Beiden. Das Te-stament ward versprochenermaßen aufgesetzt; Sir Wycherly nahmes auf sein Zimmer, um cs durchzulescn, setzte sorgfältig den NamenTom Wychecombe in alle leeren Stellen, brachte cs zurück, Unter-zeichnete das Instrument in gehöriger Form in seines Bruders Ge-genwart , und übergab das Papier sodann seinem Neffen zur Auf-bewahrung mit dem strengen Befehl, die Sache so lange geheim zuhalten, bis das Instrument durch seinen Tod in Wirkung treten würde.
Sechs Wochen darauf starb Mr. Baron Wychecombe, und derBaronet kehrte in tiefer Trauer über den Verlust dieses einzigenBruders nach seinem Landsitze zurück. Eine unglücklichere Erben-wahl als diese hätte nie getroffen werden können, denn Tom Wychc-combe war eigentlich der Sohn eines Rechtsanwalts im Tempel *),und die eingebildete Aehnlichkeit mit seinem vermeintlichen Vaterbestand nur in der Einbildung des leichtgläubigen Oheims.
') So heißt die Akademie für die Studirende» der Jurisprudenz in London.
D, U.