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suchte fle zu sprechen. Sie trocknete die Thränen von einerWange, auf welcher ein hektischer, rother Punkt glänzte, unddann vernahmen ihre erstaunten Wirthe zum ersten Mal den Tonihrer Stimme:
„Sie sehen diesen Besuch vielleicht als eine Zudringlichkeitan: doch Der, dessen Wille mir Gesetz ist, wollte hierher ge-bracht sein."
„Mit welchem Wunsche?" fragte der Offizier sanft, als erbemerkte, daß ihr die Rede schon versagte.
„Zu sterben!" flüsterte sie mit erstickter, schluchzender Stimme.
Bei diesen Worten fuhr ein jeder ihrer Zuhörer erschrecktzusammen; hierauf trat der ältere Herr an die Bahre, zog sanftden Vorhang beiseit, und enthüllte den bis jetzt unsichtbaren Be-wohner den forschenden Augen aller Anwesenden. Helles Be-wußtsein lag in dem Blick, der dem seinigen begegnete, obgleichdie blassen Züge des Verwundeten nur zu unverkennbar dasGepräge des Grabes trugen. Nur sein Auge schien noch der Erdeanzugehören; das ganze Antlitz hatte bereits das Starre der letz-ten Stufe menschlicher Schwäche angeuommen, sein Auge alleinblieb glänzend, voller Bewußtsein, glühend, — fast möchte mansagen strahlend.
Nach einer langen, feierlichen Pause, während welcher alleUmherstehenden trauernd in dem tragischen Anblick schwindenderSterblichkeit befangen waren, fragte Kapitän deLacey! „Könnenwir durch irgend Etwas zu Ihrem Tröste beitragen, IhrenWünschen entgegenkommen?"
Das Lächeln des Sterbenden hatte etwas Gespenstiges, unddoch war in dem Ausdruck desselben, eben so seltsam als schreck-lich, Zärtlichkeit mit Schmerz vermischt. Er antwortete nicht,allein sein Auge schweifte von einem Gesicht zum andern, bis es,wie durch eine Art von Zauber, auf dem der ältesten Dame haf-ten blieb. Seine» stieren Augen crwiederte ein nicht minder an-