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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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wählte, war das gewöhnliche Wohnzimmer im Hause, wo dieTräger die Bahre nach wenigen Augenblicken niedcrstellten, unddarauf entlassen wurden, so daß das Frauenzimmer allein bliebmit dem in der Bahre Befindlichen und dem barschen Diener, dersie mit so vieler Derbheit empfange» hatte. Der Letztere beflies;sich, die kurze Zwischenzeit bis zur Erscheinung seiner Herrschaftdurch Sprechen so wenig langweilig als möglich zu machen,dabei hatte er allerhand zu schaffen, putzte die Lichter, legte frischesHolz ans das hellflackernde Feuer, ohne deßwegen die geringstePause cintreten zu lassen. Jetzt öffnete sich eine innere Thur,und der bereits erwähnte Jüngling führte die drei Hauptpersonendes Hauses in's Zimmer.

Zuerst kam ein Mann von mittleren Jahren, in der Negligöc-Uniform eines Schiffs-Kapitäns der neuen Staaten, eine Helden-gestalt. Nnhig war sein Blick und noch immer fest sein Schritt,.wenn auch die Zeit und Strapazen seinem Haupthaar schon dieMischung von Grau gaben. Den einen Arm trng er in einerBinde, ein Beweis, daß er erst vor Kurzem in Action gewesensein mußte; am andern schmiegte sich eine Matrone, deren nochimmer blühende Wangen und glänzendes Auge die Spuren ge-reifter hoher Schönheit trugen. Diesen Beiden folgte eine Dame,mit zwar weniger elastischem Schritte,, deren ganze Person abervon dem friedlichen Abend eines stürmischen Lcbenstages zeugte.Die Drei grüßten höflich die Fremde, ohne ihr Zartgefühl durchirgend eine vorschnelle Frage nach der Ursache ihres Besuches zuverletzen. Auch war diese Rücksicht nichts weniger als überflüssig;denn der ganze Körper der unbekannten Dame, der ohnedieß vonSchmerz und Schwäche erschöpft schien, fing an zu zittern, undzeigte nur zu deutlich, daß ihr eine Pause Noth that, um ihreKraft zu sammeln und ihre Gedanken zu ordnen.

Sie weinte lange und schmerzlich, ganz als wäre sie einsam;erst als längeres Schweigen Verdacht erregt haben würde, vcr-

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