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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
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gestrengter Blick; ja, so sehr trat nach und nach das mächtigegegenseitige Gefühl der Beiden hervor, daß es der Bemerkungder übrigen Zuschauer nicht entgehen konnte.

Mutter!" sagte .der Offizier mit liebevoller Besorgtheit;meine Mutter! was fehlt Ihnen?"

Heinrich .... Gertraud," antwortete die Ehrwürdige, undbreitete, dem Hinsinken nahe, die Arme nach ihren Kindern aus;Ihr habt, meine Theuern, Euer Hans Einem geöffnet, der einRecht hat es zu betreten. O, es ist in diesem Augenblicke, wodie Leidenschaften schweigen und unsere Hinfälligkeit sich offenbart,in diesem Augenblicke der Schwäche und der Krankheit ist's, wodie Natur ihr ursprüngliches Gepräge wiedererkennt! Ganz seheich es in diesem bleichen Antlitz, in diesen eingesunkenen Zügen,wo Alles verschwunden ist, nur nicht der letzte dauernde Ausdruckder Familie, der Verwandtschaft !"

Verwandtschaft!" rief Kapitän de Lacey:unser Gast mit«ns verwandt!"

Ein Bruder;" antwortete die Dame, indem sic das Hauptauf die Brust sinken ließ, als ob sie einen Grad der Verwandt-schaft ausgesprochen habe, der sie nicht minder schmerze, als erfreue.

Der Fremde, zu sehr ergriffen, um sprechen zu können, gabseine Bestätigung durch eine freudige Geberde zu erkennen, ohneden Blick von ihr abzuwcuden, der seine Richtung behalten zuwollen schien, so lange als das Leben demselben Bewußtseinverlieh.

Ein Bruder!" wiederholte ihr Sohn mit innigem Erstaunen.Wohl wußte ich, daß Sie einen Bruder besaßen; doch glaubteich, er sei schon im Knabenalter gestorben."

Ich selbst glaubte es lange, obgleich eine bange Ahnung vomGegentheil mir oft die Seele mit Wehmuth erfüllte; die Wahr-heit steht aber zu klar auf diesem hingewelkten Antlitz, in dieseneingefallenen Zügen geschrieben, als daß sie noch verkannt werden

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