Die Freibeuter sannen eine Weile brütend nach; doch bald ent-stand ein dumpfes Murre» von schlimmer Vorbedeutung unter derMenge, denn nur zu klar bewies es ihre Abgeneigthcit, der Rachezu entsagen. Das Glntangc des Rover schoß einen Blick der Ver-achtung auf die grimmigen Gesichter, die ihn umgaben; seine Lippenbewegten sich heftig, aber kein Ton entkam ihnen; er ließ sich zukeiner Verwendung mehr herab, sondern zu dem Geistlichen sich wen-dend, fuhr er mit seiner ganzen, bewunderungswürdigen Ruhe fort:
„Vergessen Sie Ihre heilige Pflicht nicht_die Zeit entflieht,"
hier verschleierte die Gouvernante ihr Gesicht, und entfernte sichvon der empörenden Scene, und auch er, ihrem Beispiel folgend,wollte langsam Weggehen, als Wilder ihn anredete:
„Für den Dienst, den Sie mir so gern noch erzeigen wollten,danke ich Ihnen von Grnnd der Seele. Wenn Ihnen daran liegt,zu wissen, daß ich Sie versöhnt verlasse und in Frieden scheide, sogeben Sie mir noch eine feierliche Versicherung, ehe ich sterbe."
„Welche?"
„Schwören Sie, daß Die, welche mit mir in Ihr Schiff ka-men, es unangefochten und bald verlassen sollen."
„Schwöre, Walter!" ertönte feierlich ans dem Kreise eine kaumhörbare Stimme.
„Ich schwöre."
„Es ist Alles, was ich verlange. Und nun, du ehrwürdigerKnecht Gottes, verrichte dein heilig' Amt bei meinen Gefährten.Verlasse ich dieses glänzende, herrliche Licht des Tages gedankenlosohne Dankbarkeit gegen das Wesen, welches, wie ich in Dcmuthvertraue, mir das Erbtheil noch größerer Herrlichkeit geschenkt hat,so sündige ich mit Bewußtsein, und darf keine Vergebung hoffen.Allein Diesen hier kann Ihr Dienst von Nutzen sein; sie sind un-wissend, für Diese beten, Diese trösten Sie."
Hehr und tief war die Stille, als der Kaplan sich den ver-urtheilten Gefährten Wilders näherte. Man hatte sie, in Vergleich