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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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zauderte Wilder nicht, die so dringend erscheinende Ordre auszu-tl,eilen. Die Leute verließen ihre Batterien, wie Kämpfer dieSchranken, Einige blutend und abgemattet, Andere noch im vollenGrimm, Alle durch die wüthende Scene, in der sie so eben Mit-spielende waren, mehr oder weniger aufgeregt. Viele erreichtendie ihnen wohlbekannten Taue durch einen Sprung, Andere stie-gen ans den Strickleitern hinan, und verloren sich bald in derrioch immer über dem Schiff sich lagernden Wolke.

Soll ich blos reffen oder ganz beschlagen lassen?" fragteWilder, die Trompete an die Lippen haltend, und bereit, dennöthigen Befehl hinaufzurnfen.

Halt, Sir; noch eine Minute, so haben wir eine Oeffnnng."

Der Lieutenant gehorchte; denn auch ihm entging nicht, daßjetzt allerdings der Schleier, der ihren wahren Zustand verhüllte,weggezogen werden sollte. Der Ranch, welcher, gleichsam nieder-gedrückt von der darauf liegenden Wucht der Atmosphäre, bis jetztsich nicht vom Verdeck regen wollte, kam zuerst in Bewegung,nmwirbelte dann die Masten, bis endlich oben der gewaltigeWindzug ihn faßte und wild vor sich hertricb. Jetzt lag die Aus-sicht in der That enthüllt vor ihnen da.

Statt der herrlichen Sonne und des blauen Gewölbes, daserst vor einer halben Stunde sie nmglänzt hatte, war der Himmelmst einem Ungeheuern schwarzen Schleier überzogen. Die Ober-fläche der See gab zürnend die schreckenweiffagende Farbe zurück.Schon stiegen und sanken die Wogen nicht mehr mit der bisherigenRegelmäßigkeit, sondern taumelten hin und her, als ob sie mitUngeduld der Macht entgegensähen, von der sie ihre Richtung undgrößere Gewalt erhalten. Die Blitze kamen nicht in schnellerAufeinanderfolge aus den Wolken, allein die wenigen, welche diedüstere Scene durchbrachen, blendeten durch ihren Glanz und ihreMajestät, und es begleitete sie der entsetzliche Donner der Wende-kreise, von dem man ohne Lästerung sagen könnte, er sei die