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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Dieß ist ein spätes und herzzerreißendes Wiedcrfiuden," sagtesie, indem sie die Hand, die er ihr darreichte, an ihre Lippen führte.Gertraud, in diesem Herrn sehe» Sie den Geistlichen, welcher michmit dem Manne verband, der einst der Stolz und das Glück mei-nes Daseins war."

Trauern Sie nicht über seinen Verlust," flüsterte der ehrwür-dige Geistliche, sich mit väterlicher Theilnahme über die Stuhllehnezn ihr herabbeugend.Er ist Ihnen früh genommen worden; alleinerstarb, wie Alle, die ihn liebten, ihm nur hätten wünschen können."

Ach, ohne ein Kind znrückznlaffen, das, mit seinem stolzenNamen, auch das Andenken seiner Tugenden der Nachwelt über-liefern könnte! O sagen Sic, guter Mertou, ist nicht die Handder Vorsehung in diesem Verhängniß zn erkennen? Sollte ichmich nicht vor ihr demüthigcn, und es als eine gerechte Strafehinnchmen für meinen Ungehorsam gegen einen zwar unerbittlichen,aber liebevollen Vater?"

Wer mag sich erkühnen, in die Geheimnisse des gerechtenRegierers zu dringen, der nichts ordnet, nichts thnt, was nichtwohlgcthan und wohlgeordnet wäre. Genug für uns, wenn wiruns in seinen Willen fügen lernen, in dem unbedingten kindlichenGlauben, daß er der beste, der gerechteste sei."

Aber," fuhr die Gouvernante fort, mit einer so bedecktenStimme, daß man sehen konnte, wie stark sie die Versuchung fühlte,seine. Ermahnung zn vergessen,war es nicht genug mit EinemLeben? Mußte ich Aller beraubt werden?"

Fassen Sie sich, Madame! Was geschehen ist, geschah inWeisheit, und, ich lebe des Vertrauens, aus Gnade."

Sie reden die Wahrheit. Ich will das Ganze der traurigenEreignisse vergessen, nur nicht insofern sie auf meinen eigenen Wan-del Einfluß auszuüben geeignet sind. Und Sie, würdiger, güti-ger Merton, wo und wie sind Ihre Tage dahingeflossen, seit derZeit, von der wir reden?"