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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Das aufgeräumte Lachen des alten Commandeurs verrieth, daßer mehr als halb geneigt mar, es mit der vermntheten Frechheitseines dreisten Untergebenen nicht so genau zu nehmen, und be-ruhigte die Umstehenden, daß die fröhliche Stunde durch keineunzeitigen Scrnpel getrübt werden wurde. Als aber Gertraudhochroth durch das Aufregende der so eben erlebten Ereignisse, undstrahlend von der der Unschuld eigenthumlichen Liebenswürdigkeit,auf dem Verdeck erschien, rieb der Veteran sich die Augen miteinem Erstaunen, das nicht größer hätte sein können, wenn wirk-lich ein Herr im geistlichen Ornat vor seinen Füßen von denWolken herabgefallen wäre.

Der herzlose Schurke!" rief der wackere Theer;ein so jun-ges und liebenswürdiges Wesen zu verführen! Ha! so wahr ichlebe, mein eigener Lieutenant! Was ist das, Herr Arche! Lebenwir denn in den Tagen der Wunder?"

Ein Schrei, tief aus dem Innersten der Gouvernante, und eindumpfer, trauernder Ton von den Lippen des Geistlichen unterbrachenseine Aenßerungen von Unwillen und Erstaunen.

Kapitän Bignall," bemerkte der Geistliche, hinzeigend ans diezitternde Gestalt, die sich auf Wildcrs Arm stützte,bei meinemLeben, Sie haben einen falschen Begriff von dem Charakter dieserDame. Es sind über zwanzig Jahre, seit wir uns das letzte Malsprachen, allein ich verpfände meinen eigenen Charakter für dieReinheit und Aechtheit des ihrigen."

Führt mich in die Kajüte," sprach leise Mistreß Wyllys.Gertraud, meine Liebe, wo sind wir? Ach führt mich an eineneinsamern Ort."

Es wurde ihr willfahren, indem die ganze Gruppe sich zusam-men den neugierigen Blicken der das Verdeck füllenden Zuschauerentzog. Jetzt gewann die tiefbewegte Frau einen Theil ihrer ge-wöhnlichen Fassung wieder, und es suchte ihr ängstlicher Blick dassanftmüthige, gerührte Antlitz des Schiffskaplans.